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3D Vermessung Deutschland

Glossar

Fachbegriffe der Gebäudevermessung

Kurze, präzise Definitionen für Bauherren, Planer und Verwalter – von Aufmaß und Punktwolke bis IFC, LOD und DIN 277.

A

Amtliche Vermessung
Hoheitliche Vermessung durch Vermessungsbehörden und öffentlich bestellte Vermessungsingenieure, zum Beispiel Liegenschaftskataster. Sie ist nicht Teil unseres Leistungsbilds.
Ansicht
Frontale Darstellung einer Gebäudeseite, zum Beispiel einer Fassade, mit Öffnungen, Gesimsen und Höhen. Mehr dazu
Aufmaß
Messung der tatsächlichen Maße eines Bauwerks oder Raumes. Ein digitales Aufmaß erfasst das Gebäude vollständig als Messdatensatz; Maße lassen sich später am Computer abgreifen. Mehr dazu

B

Bauvorlageberechtigung
Berechtigung, Bauvorlagen für Genehmigungsverfahren einzureichen. Sie liegt beim bauvorlageberechtigten Entwurfsverfasser; Anforderungen regeln die Landesbauordnungen. Bestandspläne dienen als Planungsgrundlage, sind aber keine Bauvorlagen.
Bestandsplan
Zeichnerische Darstellung des vorhandenen Gebäudezustands: Grundrisse, Schnitte und Ansichten. Er entsteht aus einem Aufmaß und ersetzt keine amtlichen Vermessungsunterlagen. Mehr dazu
Bezugspunkt
Festgelegter Ausgangspunkt für Höhen und Koordinaten eines Projekts. Er wird im Auftrag vereinbart und in der Dokumentation genannt.
BIM (Building Information Modeling)
Planen, Bauen und Betreiben mit digitalen Bauwerksmodellen, in denen Bauteile mit Informationen verknüpft sind. Ein BIM-Modell ist etwas anderes als ein CAD-Grundriss. Mehr dazu

C

CAD
Computer-Aided Design – computergestütztes Zeichnen. In der Gebäudevermessung meist 2D-Vektorzeichnungen von Grundrissen, Schnitten und Ansichten. Mehr dazu
CAFM
Computer-Aided Facility Management – Software zur Verwaltung von Gebäuden, Flächen und Anlagen. BIM-Bestandsmodelle und Flächenpläne können als Datengrundlage dienen.

D

DIN 18202
Norm zu Toleranzen im Hochbau. Sie beschreibt zulässige Abweichungen bei der Bauausführung und ist für die Bewertung von Maßabweichungen im Bestand relevant.
DIN 18710
Normenreihe zur Ingenieurvermessung. Sie beschreibt Verfahren und Anforderungen für Vermessungsaufgaben im Bauwesen.
DIN 277
Norm zur Ermittlung von Flächen und Rauminhalten im Hochbau. Sie wird für Nutz-, Verkehrs- und Funktionsflächen herangezogen und unterscheidet sich von der Wohnflächenverordnung.
DWG
Natives Dateiformat von AutoCAD für Zeichnungen. Es ist versionsabhängig; die gewünschte DWG-Version sollte im Auftrag stehen. Mehr dazu
DXF
Offenes Austauschformat für CAD-Zeichnungen. Es eignet sich für den Datenaustausch zwischen unterschiedlichen CAD-Systemen, enthält aber weniger Eigenschaften als DWG.

E

E57
Offenes, herstellerunabhängiges Dateiformat für Punktwolken und Bilddaten (ASTM E2807). Mehr dazu
Entwurfsverfasser
Planer, der die Bauvorlagen für ein Vorhaben erstellt und verantwortet. Er entscheidet, ob Bestandsunterlagen für ein Verfahren ausreichen.

G

Georeferenzierung
Einbindung von Daten in ein Koordinatensystem mit Lagebezug. Für Planungsaufgaben im Gebäude genügt häufig ein projektinternes Koordinatensystem; ein Lagebezug ist gesondert zu vereinbaren.
Grundriss
Horizontaler Schnitt durch ein Gebäude in Draufsicht, meist etwa einen Meter über Fußboden. Er zeigt Wände, Öffnungen, Treppen und Raumstruktur. Mehr dazu

H

Hochgenaue Standpunkte / Standpunktdichte
Anzahl und Verteilung der Scanner-Standpunkte im Gebäude. Eine ausreichende Dichte sorgt für vollständige Erfassung und beeinflusst Aufnahmedauer und Datenmenge.

I

IFC (Industry Foundation Classes)
Offener Standard (ISO 16739) für den Austausch von BIM-Modellen zwischen unterschiedlicher Software. Mehr dazu
Intensitätswert
Stärke des zurückgeworfenen Laserimpulses je Messpunkt. Er hilft bei der visuellen Interpretation einer Punktwolke, ersetzt aber keine Farbinformation.

K

Kollisionsprüfung
Abgleich von Planungsmodellen auf geometrische Konflikte, zum Beispiel zwischen Leitungstrassen und Bauteilen. Ein Bestandsmodell oder eine Punktwolke dient als Referenz.

L

Laserscanning (terrestrisch)
Berührungslose Messung, bei der ein Gerät auf einem Stativ per Laser Entfernungen zu Millionen Punkten bestimmt. Mehr dazu
LOD / LOI
Level of Development beziehungsweise Level of Information: Maß für geometrischen Detaillierungsgrad und Informationsgehalt eines BIM-Modells. Beides ist Vereinbarungssache und beeinflusst den Aufwand.

M

Matterport-Rundgang
Virtuelle 3D-Begehung eines Gebäudes aus Panoramaaufnahmen. Gut für Anschauung und Kommunikation, aber kein vermessungstechnisches Aufmaß. Mehr dazu

N

Nutzfläche
Fläche, die der Nutzung eines Gebäudes dient. Die Berechnung folgt je nach Zweck unterschiedlichen Regeln, zum Beispiel DIN 277.

O

Orthofoto / Fassadenfoto
Entzerrtes Foto einer Fassade, das als maßstäbliche Hintergrundgrafik für Ansichten dienen kann.

P

Planstandard
Vorgaben für Layerstruktur, Linienstärken, Beschriftung und Maßstab einer Zeichnung. Wer einen eigenen Standard hat, sollte ihn im Auftrag nennen.
Punktwolke
Menge von 3D-Messpunkten, die Oberflächen eines Objekts abbilden. Sie ist der Rohdatensatz eines Scans und noch kein fertiger Plan. Mehr dazu

R

Raumbuch
Strukturierte Aufstellung aller Räume eines Gebäudes mit Merkmalen wie Nutzung, Fläche und Ausstattung. Flächenpläne aus dem Aufmaß können die Grundlage liefern.
RCP / RCS
Indexierte Punktwolkenformate von Autodesk für performante Darstellung in Revit und AutoCAD.
Registrierung
Zusammenführen mehrerer Einzelscans in ein gemeinsames Koordinatensystem. Die Qualität der Registrierung beeinflusst die Gesamtgenauigkeit.
Revit / ArchiCAD / Allplan / Vectorworks
Verbreitete Planungssoftware. Welches Programm Sie nutzen, sollte in der Anfrage stehen, damit Dateiformat und Struktur passen.

S

Scan-to-BIM
Erstellung eines BIM-Modells mit Bauteilen aus einer Punktwolke. Mehr dazu
Scan-to-CAD
Ableitung von 2D-Zeichnungen aus einer Punktwolke.
Schnitt
Vertikale Darstellung durch ein Gebäude. Er zeigt Geschosshöhen, Decken, Treppen und Dachgeometrie. Mehr dazu

T

Tachymeter
Vermessungsinstrument zur punktgenauen Winkel- und Streckenmessung. Es misst einzelne Punkte, während ein Laserscanner die Fläche vollständig erfasst.
Toleranz
Zulässige Abweichung von einem Sollmaß. Für ein Aufmaß wird sie vereinbart und hängt von Planungsaufgabe, Verfahren und Objekt ab.

W

Wohnflächenverordnung (WoFlV)
Regelwerk zur Berechnung der Wohnfläche. Ergebnisse unterscheiden sich je nach angewandter Berechnungsgrundlage; eine pauschale rechtliche Verwertbarkeit wird nicht zugesichert. Mehr dazu

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