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3D Vermessung Deutschland

Ratgeber · Daten & Formate

DWG, DXF, IFC und E57 im Vergleich

DWG und DXF sind CAD-Zeichnungsformate, IFC ist ein offenes BIM-Austauschformat, E57 ein offenes Format für Punktwolken. Welches Sie benötigen, hängt davon ab, womit Ihr Planer weiterarbeitet: Zeichnung (DWG/DXF), Modell (IFC) oder Rohdaten (E57).

Fachlich geprüft: 08. November 2026 · Redaktion 3D Vermessung Deutschland

Die Formate im Überblick

Die Formate im Überblick
FormatArtZweckHinweis
DWGCAD-ZeichnungWeiterbearbeitung in CADProprietär (Autodesk), versionsabhängig
DXFCAD-AustauschSystemübergreifender AustauschOffenes Austauschformat, weniger Eigenschaften
IFCBIM-ModellAustausch strukturierter BauwerksmodelleOffener Standard (ISO 16739)
E57PunktwolkeHerstellerneutrale ScandatenOffenes Format (ASTM E2807)
RCP/RCSPunktwolkePerformante Darstellung in Autodesk-SoftwareHerstellerspezifisch
PDFPlotAnsicht, Kontrolle, AblageNicht bearbeitbar als CAD

Faustregel

  • Sie zeichnen selbst weiter: DWG (oder DXF).
  • Sie koordinieren BIM-Modelle: IFC.
  • Sie wollen selbst auswerten oder archivieren: E57.

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Welches Format für welche Software?

Welches Format für welche Software?
SoftwareGut geeignetHinweis
AutoCADDWG, DXF, RCP/RCSDWG-Version beachten
RevitIFC, DWG als Unterlage, RCPPunktwolken meist über RCP oder RCS
ArchiCADIFC, DWG, DXFZuordnung von Layern und Bauteilen prüfen
AllplanIFC, DWG, DXFEinheiten und Maßstab kontrollieren
CloudCompareE57 und weitere PunktwolkenformateFür Betrachtung, Messung und Auswertung von Punktwolken

Was beim Formatwechsel verloren gehen kann

Jede Konvertierung bringt Risiken. Beim Export von DWG nach DXF können Eigenschaften, Blöcke oder Schriften vereinfacht werden. IFC überträgt Bauteile und Attribute, aber nicht jede Eigenschaft einer Software gelangt unverändert in das Ziel. Auch Punktwolken-Formate unterscheiden sich in Farbinformation, Intensität und Struktur.

Vereinbaren Sie daher, welche Datei als maßgebliches Ergebnis gilt. Zusätzliche Formate sind dann Komfortlieferungen. Sinnvoll ist ein kurzer Importtest in Ihrer Zielsoftware, bevor Sie die Daten in einem größeren Projekt verwenden.

Unterschied zwischen Austausch- und Arbeitsformat

  • Arbeitsformate (zum Beispiel DWG oder native Modelldateien) sind auf die Bearbeitung in einer Software ausgelegt.
  • Austauschformate (DXF, IFC, E57) sollen den Wechsel zwischen Programmen ermöglichen.
  • PDF dient zur Ansicht und Ablage, nicht zur Weiterbearbeitung.
  • Archivformate sollten langfristig lesbar sein; offene Standards wie IFC (ISO 16739) und E57 (ASTM E2807) sind dafür geeignet.

Checkliste: Lieferformate festlegen

  • Welche Software und Version nutzen Sie und Ihre Fachplaner?
  • Benötigen Sie Zeichnung, Modell, Punktwolke oder mehrere davon?
  • Soll ein PDF zur Kontrolle beiliegen?
  • Gibt es Vorgaben zu Einheiten, Koordinatenbezug und Layern?
  • Wie lange und wo sollen die Daten archiviert werden?

Praxis: Welches Format für welchen Empfänger

Fragen Sie zuerst, wer die Daten weiterverarbeitet. Ein Architekt in AutoCAD oder Allplan arbeitet mit DWG oder DXF, ein Fachplaner im BIM-Prozess erwartet oft IFC, und wer die Scandaten selbst auswerten will, etwa in CloudCompare, benötigt E57 oder ein vergleichbares Punktwolkenformat. Revit und ArchiCAD haben eigene Projektformate, die nicht zwingend vom Dienstleister geliefert werden.

Liefern Sie nur, was gebraucht wird. Mehrere Formate bedeuten mehr Aufwand und mehr Kontrollbedarf. Ein PDF als Plot ist praktisch zur Ansicht, taugt aber nicht zur Weiterbearbeitung. Bitten Sie den Empfänger, sein bevorzugtes Format samt Versionsstand zu nennen, bevor der Auftrag erteilt wird.

Version, Einheiten, Koordinatenbezug: Details der Übergabe

Formate unterscheiden sich in Details, die im Alltag viel Ärger machen können. Bei DWG ist die Programmversion entscheidend, ältere Software öffnet neuere Dateien teils nicht. Einheiten sollten vereinbart sein, damit eine Zeichnung nicht plötzlich in Millimetern statt Metern ankommt. Auch der Ursprung der Zeichnung, also wo der Nullpunkt liegt, beeinflusst, wie sich mehrere Dateien überlagern lassen.

Bei Punktwolken sind Koordinatensystem und Farbinformation relevant. E57 kann beides abbilden, die Handhabung in der Zielsoftware unterscheidet sich aber. Eine kurze Übergabenotiz mit Angaben zu Version, Einheit, Ursprung und Dateiliste spart späteren Klärungsaufwand.

  • Dateiversion und Software des Empfängers
  • Einheit der Zeichnung
  • Ursprung und Bezugssystem
  • Dateiliste mit Bezeichnung und Inhalt

Grenzen und Alternativen

Eine Punktwolke ist kein CAD-Plan und ein CAD-Plan kein BIM-Modell. Wer E57 erhält, muss damit umgehen können, denn die Dateien sind groß und brauchen geeignete Software und Hardware. Viele Planer wünschen sich deshalb zusätzlich eine bereinigte Zeichnung.

IFC überträgt Bauteile und Eigenschaften, aber nicht jede Software interpretiert alle Inhalte gleich. Prüfen Sie ein Modell nach dem Import auf Vollständigkeit. Wenn nur Geometrie benötigt wird, kann ein DWG-Grundriss die einfachere und robustere Lösung sein.

Häufige Fragen

Kann ich aus einer E57-Datei direkt einen Plan machen?

E57 enthält Punkte, keine Linien oder Bauteile. Aus der Punktwolke lässt sich ein Plan ableiten, aber dafür ist eine Auswertung nötig. Die Datei selbst ist weder Plan noch Modell.

Reicht IFC aus, wenn ich später in CAD zeichnen möchte?

IFC eignet sich zum Austausch von Modellen, nicht optimal für 2D-Zeichnungsarbeit. Für CAD-Weiterbearbeitung ist DWG oder DXF besser geeignet. Für beides können Sie getrennte Lieferungen vereinbaren.

Warum ist DWG proprietär, aber trotzdem Standard?

DWG ist das Format von Autodesk und wird von vielen Programmen unterstützt. Dadurch hat es sich in der Praxis verbreitet, bleibt aber herstellerabhängig. DXF und IFC sind als offenere Alternativen für den Austausch üblich.

Welches Format eignet sich zur Langzeitarchivierung?

Für Punktwolken ist ein offenes Format wie E57 sinnvoll, für Modelle IFC, für Pläne zusätzlich PDF. Bewahren Sie am besten mehrere Formate und eine kurze Beschreibung von Inhalt, Stand und Bezugssystem auf.

Kann ich DWG ohne AutoCAD öffnen?

Ja, es gibt kostenlose Viewer und alternative CAD-Programme, die DWG lesen können. Die Darstellung ist aber nicht immer identisch. Für Weiterbearbeitung ist ein Programm mit guter DWG-Unterstützung sinnvoll. Fragen Sie im Zweifel nach einem DXF oder zusätzlich einem PDF zur Kontrolle.

Warum ist die E57-Datei so groß?

Sie enthält Millionen bis Milliarden Messpunkte mit Position und oft Farbe. Das ist der Preis der Detailtreue. Für Austausch und Archivierung wird die Datei meist komprimiert oder in Abschnitten übergeben. Für die tägliche Planung ist sie selten notwendig, dort genügen abgeleitete Pläne.

Ist IFC immer besser als DWG?

Nein. IFC eignet sich für modellbasierte Zusammenarbeit, DWG für zeichnungsbasierte Arbeit. Ein IFC-Modell ist aufwendiger zu erstellen und lohnt sich nur, wenn die Informationen genutzt werden. Wählen Sie das Format nach Ihrem Planungsprozess, nicht nach dem Anschein von Modernität.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Fach- oder Rechtsberatung. Anforderungen können je nach Bundesland und Projekt abweichen.

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